Zwei Arten von Erkrankungen stehen im Mittelpunkt der immunologischen Diagnostik: Allergien und Autoimmunerkrankungen. Unter Allergien versteht man eine krankhafte Immunreaktion ("Überempfindlichkeitsreaktion"), die durch Kontakt mit einer aus der Umwelt stammenden, vom menschlichen Organismus als fremd erkannten Substanz ausgelöst wird. Die Anzahl dieser allergisierenden Stoffe ist sehr groß. In unserem Labor werden zu Testzwecken ca. 70 Allergene bestimmt.
Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich die Immunreaktion des menschlichen Organismus nicht wie beim Gesunden gegen "fremde" Substanzen, sondern gegen körpereigene Bestandteile. An dieser Autoimmunreaktion sind häufig Autoantikörper beteiligt, die bei der Diagnostik hilfreich sind. Von einigen dieser Antikörper ist bekannt, daß sie bei der Krankheitsentstehung eine wichtige Rolle spielen. Mit der Immunfluoreszenz können zum Beispiel bei Diabetikern Autoantikörper gegen Bauchspeicheldrüse nachgewiesen werden. Bei Laboruntersuchungen wirken sie auf Inselzellen toxisch. Wahrscheinlich spielen sie auch bei der Entstehung des Diabetes eine Rolle.
In den letzten Jahren hat auch der Nachweis von Zytokinen Bedeutung erlangt. Zytokine sind Eiweiße, die Signale zwischen Zellen übertragen und damit eine wichtige Rolle bei der Regulation der Immunantwort spielen. Die verschiedenen Zytokine bilden ein komplexes Netzwerk, über das immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden. In der medizinischen Routinediagnostik haben sich nur wenige Zytokine als aussagekräftig etabliert. Sie werden als Maß für überschießende Entzündungsreaktionen genutzt. Zytokinnachweise spielen z. B. eine wichtige Rolle bei der Diagnostik einer Sepsis, besonders bei Neugeborenen, oder einer Meningitis