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St Georg Unternehmensgruppe

Vorwort

10 wichtige Grundsätze zur gesunden Ernährung



1. Der Genuss

Wenn Ihnen ihr Essen nicht schmeckt, kann die Verdauung nicht optimal funktionieren und von der Verdauung hängt es vor allem ab, ob die Speisen für Sie gesund sind oder nicht. Wenn Sie ihr Essen widerwillig hinunterwürgen, so kommt die Produktion von Speichel und anderen Verdauungssäften nicht richtig in Gang.
Diese meist unbewusst ablaufenden Prozesse sind aber für eine gute Verdauung sehr wichtig.
In der TCM sagt man, aromatische Speisen helfen der Milz beim Transformieren der Nahrung, weil sie eine nach oben gerichtete Natur besitzen und dadurch das aufsteigende Milz-Qi unterstützen

Suchen Sie sich deshalb unbedingt Rezepte aus, die Ihnen schmecken, kochen Sie mit Hingabe und richten Sie ihre Speisen hübsch an. Lassen Sie sich vor dem Essen Zeit, bis Ihnen das Wasser im Munde zusammen rinnt, denn das ist das eindeutigste Zeichen dafür, dass Milz und Magen bereit sind, die Speisen aufzunehmen.


2. Die Abwechslung

Eine gesunde Ernährung sollte immer abwechslungsreich und so breit gefächert wie möglich sein. Streichen Sie keine natürlichen Nahrungsmittel leichtfertig aus Ihrem Speiseplan, sondern versuchen Sie im Gegenteil möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel auf den Tisch zu bringen. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmte Nahrungsmittel oder Speisen verzichten müssen, so versuchen Sie immer, diese durch eine größere Vielfalt anderweitig zu ersetzen.


3. Die Qualität

Qualität sollte beim Einkauf von Lebensmitteln immer oberstes Gebot sein. Die Qualität eines Nahrungsmittels hängt mit mehreren Kriterien zusammen: es sollte frisch sein, aus biologischer und einheimischer Produktion stammen, möglichst Natur belassen sein und gerade Saison  haben.
Kaufen Sie ihre Nahrungsmittel mehrmals in der Woche frisch ein und lagern Sie sie möglichst kühl und dunkel.

Im Vergleich zu unseren Eltern und Großeltern geben wir prozentuell einen viel geringeren Anteil unseres Einkommens für Nahrung aus.  Um uns wieder gesünder zu ernähren, müssen wir diesen Anteil erhöhen und aufhören beim Essen zu sparen.

Qualität in der Ernährung bedeutet auch, auf Tiefkühlkost und Fertiggerichte zu verzichten und die Gerichte aus frischen Zutaten selbst zuzubereiten. Es bedeutet, statt Aromen und Geschmacksverstärkern, den natürlichen Geschmack und Duft der Nahrungsmittel wieder zu entdecken. Insgesamt brauchen wir also mehr Geld, mehr Zeit, mehr Aufwand, erhalten dafür aber mehr Gesundheit, mehr Genuss und mehr Lebensfreude.


4. Das Verdauungsfeuer

Sowohl in der chinesischen Medizin als auch im Ayurveda spricht man von einem Verdauungsfeuer. Damit ist gemeint, dass der Organismus für die Verdauung Kraft und Wärme braucht. Wenn zu wenig Energie da ist, kann die Verdauung nicht vollständig ablaufen. Das Verdauungsfeuer sollte möglichst unterstützt werden, vor allem dann, wenn Blähungen und weicher oder ungeformter Stuhl sowie starke Müdigkeit nach dem Essen anzeigen, dass es sowieso schon geschwächt ist.

Unterstützen kann man es folgendermaßen:
- viel kochen, vor allem Obst, Gemüse und Getreide öfter gekocht essen als roh, da es dann viel leichter verdaubar ist;
- nichts zu kaltes oder zu stark kühlendes essen oder trinken, insbesondere nicht während der Mahlzeiten;
- stark „befeuchtende“ Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Süßspeisen, gezuckerte Getränke oder fette Speisen nur in kleinen Mengen und nicht regelmäßig verzehren;
- zu den Mahlzeiten generell nicht zu viel trinken; der Durst sollte zwischen den Hauptmahlzeiten gestillt werden und die Speisen saftig genug sein, um ohne viel Getränke auszukommen;
- viel aromatische Kräuter und Gewürze verwenden, sie alle unterstützen die Verdauung.


5. Bei Tisch

Magen und Darm sind sehr empfindlich, was nervöse Anspannung betrifft. In der TCM weiß man, dass Stress und Anspannung die Verdauung auf ganzer Linie stören, vor allem dann, wenn diese unguten Gefühle sich gerade während der Essenszeiten breit machen. Es ist deshalb sehr wichtig in Ruhe, im Sitzen und in einer ruhigen, freundlichen Atmosphäre zu essen. Entwickeln Sie ein Ritual (Danksagung, Gebet, was auch immer), um sich auf das Essen einzustimmen. Lassen Sie sich auf das Essen ein, konzentrieren Sie sich auf ihren Teller, essen Sie in angenehmer Gesellschaft und lassen Sie es sich schmecken.


6. Die thermische Wirkung

Nach der TCM gibt es Nahrungsmittel, die kühlen und andere, die wärmen. Wenn Sie sich vorstellen, Sie sitzen in einem Schneegestöber, werden Sie wahrscheinlich leicht herausfinden, worauf Sie in dieser Situation Lust hätten: auf Wärmendes, wie eine Gulaschsuppe, einen Schmorbraten, einen Glühwein.
Stellen Sie sich hingegen vor, Sie kriechen in brütender Hitze durch die Wüste, dann merken Sie ebenso schnell, welche Speisen und Getränke kühlen: ein Gurkensalat, eine Wassermelone, eine Limonade.

Versuchen Sie diese Wirkungen der Nahrungsmittel in ihrer Ernährung zu berücksichtigen und auszugleichen. Nahrungsmittel mit einer stark kühlenden oder wärmenden Wirkung sollten sie nur sehr sparsam verwenden bzw. nur dann, wenn Sie deren Wirkung wirklich brauchen, so zum Beispiel sommers und winters oder aber bei innerer Kälte (Kältegefühl zusammen mit übermäßigem Bedürfnis nach Schlaf, Müdigkeit) oder innerer Hitze (Hitzegefühl, innere Unruhe, Schlafstörungen).

Besonders kühlende Nahrungsmittel wie bestimmte Obst- und Gemüsesorten und Blattsalate sollten Sie durch das Kochen oder die Kombination mit wärmenden Zutaten (Kräuter oder Gewürze) etwas „yangisieren“, also leichter verträglich machen.


7. Die 5 Geschmäcker

Jeder der fünf Geschmäcker –süß, sauer, bitter, scharf und salzig- hat eine ganz besondere Wirkung auf das innere Gleichgewicht. Saures zieht zusammen, Süßes entspannt, Scharfes regt die Durchblutung an und löst Blockaden, Salziges sammelt die Energie und Bitteres hilft dabei, Schlacken oder Hitze auszuleiten.
Damit keine dieser Wirkungen über Hand nimmt und andererseits auch keine fehlt, sollten die fünf Geschmäcker möglichst immer alle in jeder Speise vorkommen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass man in einen Kuchenteig eine Prise Salz und Gewürze gibt oder das man ein Fleischgericht mit etwas Essig oder Zitronensaft abschmeckt.

Es ist unserer Meinung nach nicht nötig, „im Kreis“ zu kochen, also die Nahrungsmittel genau in der Abfolge der 5 Wandlungsphasen in den Topf zu geben. Aber wenn Sie ihre Lieblingsrezepte überdenken und fehlende Geschmäcker ergänzen, werden Sie mit kleinen Änderungen große Erfolge haben: mehr Geschmack, eine ausgeglichene Wirkung und eine bessere Bekömmlichkeit.

Nahrungsmittel mit sehr starken und einseitigen Geschmäckern haben eine ungute Wirkung auf das innere Gleichgewicht. Diese Nahrungsmittel können leicht zu Ungleichgewichten und in der Folge zu starken Gelüsten führen. Verwenden Sie deshalb Nahrungsmittel, wie weißen Zucker, raffiniertes Salz, scharfen Essig, Chili und Kaffee nur sehr sparsam, auf keinen Fall gewohnheitsmäßig.


8. Die Jahreszeiten

Da die Nahrungsmittel unser inneres Gleichgewicht beeinflussen, können wir uns durch die richtige Ernährung auch leichter an die Jahreszeiten anpassen. Wichtig ist vor allem, dass wir im Sommer leichtere und stärker kühlende Speisen zu uns nehmen (mehr Obst und Gemüse, wenig tierische Nahrungsmittel, insgesamt weniger Fett), im Winter aber eine wärmende und deftigere Ernährung wählen (mehr tierische Nahrungsmittel, Gewürze und insgesamt mehr Fett).


9. Die Mahlzeiten

In der TCM geht man davon aus, dass das Verdauungssystem sich zwischen zwei Mahlzeiten erholen sollte. Ideal wäre es also zwischen den drei Hauptmahlzeiten nur etwas zu trinken. Da Kinder, ältere und kranke Menschen ebenso wie Menschen mit einem gesteigerten Bedarf an Nahrung schwer mit drei Mahlzeiten auskommen, können diese auch zwei kleine Zwischenmahlzeiten einplanen, wobei aber auf eine möglichst hohe Qualität dieser Zwischenmahlzeiten zu achten ist. Bei Verstopfung und Trockenheit eignen sich Nüsse und Samen, bei Blutmangel Datteln, Rosinen und Sesam, bei Hitze wirkt ein Gemüse- oder Obstsaft erfrischend. Wer sich schlapp und müde fühlt, braucht vielleicht auch zwischendrin einen Energieschub, so zum Beispiel ein gutes Stück Brot mit einer gesunden Auflage. Auf alle Fälle sollen bei allen Mahlzeiten regelmäßige Zeiten und regelmäßige Mengen eingehalten werden.

Die wichtigste Mahlzeit sollte nach der TCM das Frühstück sein. Dies ist mit unseren westlichen Lebensgewohnheiten meist nur annäherungsweise umsetzbar. Dennoch ist auch ein Schritt in die richtige Richtung bereits ein Anfang. Gönnen Sie sich ein möglichst nahrhaftes Frühstück, wenn es geht auch gekocht. Langanhaltende Kraft erhalten Sie aus komplexen Kohlehydraten und Proteinen (volles Getreide und Hülsenfrüchte), auf einfachen Zucker sollten Sie möglichst verzichten.
Das Abendessen hingegen sollte möglichst sparsam und leicht ausfallen, also zum Beispiel eine Suppe, gekochtes Gemüse oder etwas Fisch. Das hilft Ihnen übrigens auch dabei, besser zu schlafen und ihr Gewicht zu halten.


10. Die innere Stimme

Wir Menschen haben vielleicht viel von unserem Instinkt eingebüßt, aber dennoch besitzen wir eine innere Stimme, die unseren Appetit lenkt. Die Bedürfnisse dieser inneren Stimme sind zwar immer berechtigt, die Nahrungsmittel und Speisen zu denen sie uns hinzieht sind dennoch nicht immer die geeigneten, um die Bedürfnisse zu befriedigen.
Zum Beispiel kann man große Lust auf Süßes verspüren, weil man tatsächlich Kohlenhydrate braucht, aber es wäre dennoch besser dieses Bedürfnis mit komplexen Kohlenhydraten (vollem Getreide und Hülsenfrüchte) zu stillen, anstatt mit weißem Zucker.
Die innere Stimme muss also angehört, ihre manchmal unvernünftigen „Äußerungen“ aber in vernünftige Lösungen übersetzt werden.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, vor und nach jedem Essen auf Ihre innere Stimme zu hören: worauf habe ich Lust? Habe ich Durst? Befriedigt mich das Essen oder bleiben noch Gelüste übrig? Wie hat das Essen meine Befindlichkeit beeinflusst?

 

 

 

 

 

 

 

 


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