Direkt zum Hauptmenü, Unterpunkte der Navigation, zum Inhalt.

St Georg Unternehmensgruppe

Einzelansicht der aktuellen Nachricht

5.3.12.: Neuartige minimal-invasive endovaskuläre Nierenbiopsiemethode entwickelt

Angiografisches Bild der Katheterlage und des Nierenvenensystems bei der endovaskulären Biopsie

Letzte Woche ist unserer Einrichtung in einer Zusammenarbeit zwischen Radiologen und Nephrologen eine völlig neuartige Methode der Nierenpunktion erstmalig angewendet worden.  Bei einem Patienten unter laufender Blutverdünnung und mit der gleichzeitigen dringenden Notwendigkeit der feingeweblichen Diagnostik eines Nierenversagens haben wir die Niere nicht wie üblich von aussen (transcutan), sondern von innen durch das Venensystem (endovasculär) punktiert.  Dazu wurde eine Hybridmethode aus Angiografie und Ultraschall entwickelt.  Nach der Punktion einer Halsvene und dem nachfolgenden Aufsuchen der Nierenvene mittels speziellem Katheter und Kontrastmittel (s. Abbildung), haben wir eine halbautomatische Stanznadel über das Venensystem eingeführt und deren Lage mittels Ultraschall kontrolliert.  Dadurch konnte eine ausreichende Anzahl von Nierenkörperchen zur genauen Diagnostik gewonnen werden.
Der Vorteil der Methode liegt in der kaum vorhandenen Blutungsgefahr, so dass damit zukünftig Biopsien auch bei höherem Risiko, wie z.B. bei Einzelnieren oder wie im vorliegenden Fall unter laufender Blutverdünnung möglich werden. Wir können die Vorteile der bioptischen Diagnostik also zunehmend auch in kritischen Krankheitsphasen nutzen. Bisher wurden bei uns bereits Punktionen bei beatmeten Patienten in Narkose vorgenommen.
Die Relevanz solcher hochspezialisierter Methoden wird auch auf dem von uns organisierten 7. Nephrologischen Fortbildungskongress unter der Schirmherrschaft der europäischen Fachgesellschaft mit Teilnehmern aus ganz Europa diskutiert.

Von: Joachim Beige


Fußzeile

| nach oben