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Krampfaderleiden

Vom Krampfaderleiden (Varikosis) sind zahlreiche Menschen betroffen. Bezeichnet wird damit eine Erweiterung von Venen, typischerweise und am häufigsten der oberflächlichen Beinvenen. Die Ursache ist in einer Bindegewebsschwäche der Venenwand zu sehen.

In den meisten Fällen ist diese angeboren. Verschiedene Lebensumstände erhöhen das Risiko deutlich (Schwangerschaft, „Stehberufe“, Thrombosen). Die Folge ist eine Erweiterung der Vene – dadurch wiederum können die Venenklappen nicht mehr schließen.
Daraus resultiert ein „Versacken“ des Blutes in den Beinvenen, es entsteht ein venöser Hochdruck. Unbehandelt kann die Störung auf die tiefen Venen übergehen und im Endstadium das Bild eines „offenen Beines“ (Ulkus) resultieren.

Erscheinungsformen

Wir unterscheiden zwischen

  • Besenreiser-Varizen
  • Retikulären (netzartige) Varizen

Beide Formen besitzen nur geringen Krankheitswert, kosmetische Aspekte stehen im Vordergrund. Eine Behandlung kann in jedem Fall erwogen werden. Hier finden heute besonders die Verödung, die Lasertechnik bzw. Elektroverfahren Anwendung.
Das isolierte Auftreten dieser leichten Formen der Varikosis ist selten, deshalb müssen schwerwiegende Veränderungen vor einer Behandlung ausgeschlossen werden. Diese besitzen in der Therapie grundsätzlich Vorrang.

Insbesondere sind damit gemeint:

  • Stammvarikosis
  • Seitenastvarikosis

Hier macht sich zumeist eine invasive Therapie erforderlich. Die verschiedenen Möglichkeiten werden weiter unten unter der Überschrift "Therapie" erläutert.

Aneurysmen verschiedener Lokalisation

Wie bereits angedeutet, ist ein Vorkommen an vielen Gefäßregionen möglich, insgesamt ist die Häufigkeit aber sehr gering.
Grundsätzlich ist in jedem Fall das Ziel, das Aneurysma auszuschalten und den Blutstrom zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Deshalb können alle operativen Verfahren und natürlich auch grundsätzlich alle interventionelle Möglichkeiten („minimalinvasiv“) angewandt werden.

Die Therapieentscheidung muss individuell in Abhängigkeit von Lage und Ausdehnung des Aneurysmas getroffen werden.

Diagnostik

An erster Stelle steht heute die Ultraschalldiagnostik, insbesondere farbcodiert. Damit lassen sich die Venen gut beurteilen und ausreichende Aussagen über die Notwendigkeit einer Operation und zur Operationsplanung treffen. Nur bei ganz speziellen Fragestellungen (Thrombosediagnostik) macht sich ein zusätzliches Venenröntgen (Phlebographie) erforderlich.

Therapie

Man kann zwischen konservativer und operativer Therapie unterscheiden. Unter konservativer Behandlung ist die Kompressionstherapie zu verstehen – ist behandelt nicht die Ursache der Erkrankung.
Deshalb wird sie angewandt, wenn eine ursächliche Therapie nicht möglich oder nicht gewünscht ist. In einigen Fällen (z. B. nach Thrombosen der tiefen Venen) ist eine lebenslange Kompressionsbehandlung unumgänglich.

Die operative Therapie muss sich nach der Ausprägung des Krampfaderleidens richten. Prinzipiell ist die Operation ambulant durchführbar – in bestimmten Fällen wird eine stationäre Behandlung jedoch sinnvoll sein. Dabei spielen die Befundausprägung, Begleitkrankheiten, das Alter und der Allgemeinzustand sowie auch ganz allgemeine Umstände (persönliche Ängst, „allein lebend“) eine Rolle. Im Klinikum St. Georg sind beide Varianten möglich, die Gefäßmedizinier beraten Sie gern bei Ihrer Entscheidung.

Für die operative Behandlung der Stammvarikosis steht an erster Stelle das Standardverfahren zur Verfügung: das Stripping.
Dabei wird die jeweils betroffene oberflächliche Stammvene mit einer Sonde „aufgefädelt“ und anschließend „gestrippt“ (herausgezogen). Gewissenhaft durchgeführt, ist dies eine sichere Methode.
Ein Wiederkehren dieser Krampfader gibt es nicht. Der Blutrückstau im Bein kann damit im wesentlichen aufgehoben werden.

Als gewisser Nachteil dieses Verfahrens sind durch das Stripping (dadurch reißen oberflächliche kleine Venen von der Stammvene ab) entstehende Blutergüsse. In der überwiegenden Mehrzahl sind diese völlig ungefährlich und verschwinden von selbst. Zur Unterstützung wird am Operationsende ein Kompressionsstrumpf angelegt, dieser ist maximal für sechs bis zwölf Wochen zu tragen.


Alternativ zum Stripping kann die Behandlung der Stammvarikosis mit einem endoluminalen Laser durchgeführt werden. Der Laser wird dabei in die Stammvene eingeführt. Beim Zurückziehen erfolgt die Verödung der Vene durch Hitze. Das Auftreten von Blutergüssen ist wesentlich seltener, eine weitergehende Kompressionsbehandlung sollte auch erfolgen. Dieses Verfahren wird derzeit von den Krankenkassen noch nicht bezahlt. Somit ist eine Kostenbeteiligung für den Patienten unumgänglich.

Bei der Seitenastvarikosis kann sowohl das Verfahren der Miniphlebektomie als auch die CHIVA-Methode angewendet werden. Miniphlebektomie bedeutet kleinste, stichartige Hautschnitte. Über diese erfolgt das Entfernen der varikös veränderten Seitenäste durch Herausziehen mit Gefäßhäkchen. Die Hautincisionen werden nur verklebt. Dadurch sind die narben nahezu unsichtbar. Die CHIVA-Methode hat das Ziel, die Funktionsfähigkeit der großen Stammvenen zu erhalten.
Mit Ultraschalldiagnostik werden nicht funktionstüchtige Venenabschnitte festgestellt und diese dann in örtlicher Betäubung gezielt durch Gefäßunterbindung beseitigt. Diese Methode erfordert sehr große fachliche Erfahrung, sie kann und sollte nicht in allen Fällen angewandt werden.

Personen, für die diese Therapie infrage kommt, können im St. Georg telefonisch unter 0341 909-2236 einen Termin vereinbaren.

Ansprechpartner: Klinik für Gefäßchirurgie
Chefarzt Dr. med. Gert Hennig
Delitzscher Str. 141
04129 Leipzig
Tel.: 0341 909-2236
Fax: 0341 909-2238

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Chefarzt
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Gert Hennig Delitzscher Str. 141
04129 Leipzig Tel.: 0341 909-2236 Fax: 0341 909-2238