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19.02.2016 15:02

Internationale Expertendelegation im Zentrum für Drogenhilfe „Alternative I“

Länderübergreifender fachlicher Austausch und Praxisbezug

„Alternative I“ des Zentrums für Drogenhilfe.

„Alternative I“ des Zentrums für Drogenhilfe.

Eine internationale Expertendelegation besichtigte gestern die „Alternative I“ des Zentrums für Drogenhilfe des Städtischen Klinikums „St. Georg“ Leipzig. Insgesamt zwölf Teilnehmer aus elf Ländern – unter anderem aus Mexiko, Argentinien, Indien, Myanmar, den USA sowie aus Holland und Norwegen – waren vor Ort. Die Teilnehmer kamen im Anschluss eines internationalen Expertengruppen-Treffens zum Thema „Harm Reduction“ vom 16. bis 17. Februar in Berlin nach Leipzig.

Harm Reduction, übersetzt Schadensminderung, soll unmittelbare gesundheitliche Schäden für Suchtkranke minimieren, beispielsweise durch Spritzentausch. Ein Ansatz der auch in Leipzig praktiziert wird. Ziel des Besuches waren die Besichtigung der praktischen Arbeit vor Ort und der länderübergreifende Austausch über den Umgang mit und die Beratung von Suchtkranken. „Die intensiven Gespräche haben gezeigt, dass die Schwierigkeiten mit Suchtkranken in den einzelnen Ländern stark variieren. So berichteten die Vertreter aus Mexiko und Indien über ein großes Problem mit teils noch sehr jungen Straßenkindern“, konstatiert Karsten Kriebitzsch, Diplom-Sozialarbeiter und stellvertretender Leiter der „Alternative I“, der die Experten vor Ort empfing. „Aber es gab auch erstaunliche Parallelen. So verzeichnen die Philippinen beispielsweise bereits seit den 90er-Jahren einen starken Anstieg des Crystal-Meth-Konsums“, fügt er hinzu.

„Der vermehrte Konsum von Stimulanzien wie Crystal Meth in der Region war einer der Hauptgründe, warum die Delegation auf einer Stippvisite in Leipzig bestand“, erklärt Sylke Lein, Suchtbeauftragte der Stadt Leipzig, die den Arbeitsbesuch koordinierte. Neben der „Alternative I“ stand für die Teilnehmer auch ein Besuch des Projektes „Drug Scouts“ auf dem Programm. „Beide Einrichtungen leisten einen wichtigen Beitrag in der Suchtprävention und -therapie. Entsprechend rege waren der Austausch und das Interesse der Delegierten“, betont Sylke Lein.

Veranstaltet und organisiert wurden das Expertengruppen-Treffen in Berlin und die anschließende Visite in Leipzig von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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