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31.05.2016 11:16

Klinikum St. Georg: Gewaltopfer erkennen und Misshandlungen diagnostizieren

Spezialistin Dr. Britta Gahr referiert über die Betreuung von Gewaltopfern, Dokumentation und Beweissicherung.

Spezialistin Dr. Britta Gahr referiert über die Betreuung von Gewaltopfern, Dokumentation und Beweissicherung. | Foto © shutterstock

Die Zahl der Gewalttaten sowie das Ausmaß der Verletzungen bei den Opfern steigen kontinuierlich, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Bei der Behandlung von Gewaltopfern nehmen Ärzte und das gesamte medizinische Personal in zweierlei Hinsicht eine Schlüsselrolle ein.
Zum einen versorgen und behandeln sie die Opfer, zum anderen sind der richtige Umgang mit den Betroffenen und die gerichtsfeste medizinische Dokumentation entscheidend für die Spurensicherung und die anschließende Arbeit der Polizei. Aus diesem Grund veranstaltet das Klinikum am Donnerstag den 2. Juni einen internen Vortrag für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dr. Britta Gahr, Leiterin der Rechtsmedizinischen Ambulanz für Gewaltopfer am Universitätsklinikums Düsseldorf, erklärt, worauf es im Umgang mit Gewaltopfern ankommt. „Gerade bei Frauen die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind oder gar vergewaltigt wurden, ist es wichtig, sensibel vorzugehen. Nicht selten werden aus Angst oder Scham falsche Angaben zur Verletzungsursache gemacht.
In dieser Situation eine Misshandlung zu diagnostizieren und sich richtig zu verhalten, ist ohne Zweifel eine der schwersten und verantwortungsvollsten ärztlichen Aufgaben“, erklärt die Spezialistin und fügt hinzu: „Jedoch brauchen gerade diese Patienten eine optimale, interdisziplinäre Versorgung physischer und psychischer Natur.“

Der Vortrag findet im Rahmen des Projektes GOBSIS statt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Dokumentationssystem und Informationsportal für Betroffene und Ärzte zu schaffen. „Viele Betroffene zeigen die Tat erst lange nach dem Geschehen an. Liegt dann keine gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung vor, kann im Extremfall ein Freispruch für die Täter aus Mangel an Beweisen die Folge sein“, erklärt Dr. Britta Gahr.

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