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27.02.2026 11:02

Seltene Erkrankungen brauchen starke Zentren wie das IDCL

Dr. med. M. Faßhauer und Dr. med. Nils Kellner ©Klinikum St. Georg

Anlässlich des Rare Disease Day am 28.02.2026 macht das Klinikum St. Georg Leipzig gemeinsam mit dem ImmunDefektCentrum Leipzig (IDCL) auf die Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen aufmerksam. Allein in Deutschland leben rund vier Millionen, weltweit etwa 300 Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung. Zu diesen zählen unter anderem angeborene (primäre) Immundefekte (PID) sowie das hereditäre Angioödem (HAE) – Erkrankungen, die am IDCL umfassend diagnostiziert und behandelt werden.

Primäre Immundefekte sind genetisch bedingte Störungen des Immunsystems, die häufig bereits im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter auftreten. Betroffene leiden unter wiederkehrenden, oft schweren Infektionen, chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen. Aufgrund der unspezifischen Symptome bleibt die Erkrankung nicht selten über Jahre unerkannt. Eine frühzeitige Diagnose und spezialisierte Betreuung sind jedoch entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich zu verbessern.

Das hereditäre Angioödem ist eine seltene, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, schmerzhafte Schwellungen der Haut, der Schleimhäute sowie innerer Organe äußert. Besonders gefährlich sind Schwellungen im Bereich der Atemwege. Auch hier ist eine frühzeitige und sichere Diagnosestellung sowie der Zugang zu modernen, individuell angepassten Therapien von zentraler Bedeutung. Das IDCL bietet Betroffenen eine spezialisierte Versorgung, die sowohl die Akuttherapie als auch die langfristige Prophylaxe umfasst.

Seltene Erkrankungen sind insgesamt häufig mit langen Diagnosewegen, hoher körperlicher und psychischer Belastung sowie einem großen Informationsbedarf für Betroffene und Angehörige verbunden. „Spezialisierte Zentren wie das ImmunDefektCentrum Leipzig leisten daher einen wichtigen Beitrag zur strukturierten Diagnostik, zur Anwendung innovativer Therapiekonzepte und zur kontinuierlichen, interdisziplinären Betreuung. Die enge Zusammenarbeit mit weiteren Fachdisziplinen sowie die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten in Therapieentscheidungen sind dabei zentrale Bestandteile der Versorgungsphilosophie“, erklärt Dr. med. Maria Faßhauer, die ab März die Leitung des IDCL von Dr. med. Stephan Borte übernimmt. Borte, der aus privaten Gründen Leipzig verlässt, sieht das IDCL bei Faßhauer und ihrem Stellvertreter Dr. med. Nils Kellner weiterhin in den besten Händen: „Die neue Leitung steht für Kontinuität, fachliche Exzellenz und eine konsequent patientenzentrierte Weiterentwicklung des IDCL.“

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