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14.02.2019 11:53

Interdisziplinäre Zusammenarbeit auf höchstem Niveau bei der Behandlung von Lungenkrebs

Klinikum St. Georg führt endobronchiale Brachytherapie ein

Die Chefärzte Dr. Axel Skuballa (links) und Dr. André Liebmann (rechts) arbeiten bei der endobronchialen Brachytherapie eng zusammen

Im Kampf gegen den Krebs hat das Klinikum St. Georg eine weitere Behandlungsform eingeführt. Die endobronchiale Brachytherapie bei Lungenkarzinomen erfolgt in enger Abstimmung und Kooperation zwischen der Klinik für Thoraxchirurgie und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, die beide über die nötige spezifische Expertise und Ausstattung verfügen. Im gemeinsamen interdisziplinären Tumorboard des Lungenkrebszentrums wird die Indikation gestellt. "Dass wir nun auch Lungenkrebspatienten mit dieser schonenderen Bestrahlungsmethode behandeln können, freut mich", betont Dr. Iris Minde, Geschäftsführern des Klinikums.

Anwendung findet diese Therapie bei frühen nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen. Weitere Indikationen sind Dosisaufsättigungen unter oder nach Perkutanbestrahlung sowie die alleinige Rezidivbestrahlung bei bestehender Vorbelastung durch eine vorhergehende Strahlentherapie, wenn das Rezidiv durch Brachytherapie erfassbar ist. Auch die Brachytherapie nach Tumorstentanlage zur Obstruktionsprophylaxe und die Anastomosenbestrahlung nach Lungentransplantation sind möglich. Bei der endobronchialen Brachytherapie wird ein Applikator durch die Luftröhre (endotracheal) bis zum Bronchus (endobronchial) eingelegt. Die Einlage erfolgt unter Lokalanästhesie durch einen erfahrenen Thoraxchirurgen.

"Über diesen speziell angelegten Applikator wird das Karzinom von innen heraus (interstitiell) oder im direkten Kontakt (Kontakttherapie) bestrahlt. Dies ermöglicht die Applikation von hohen Bestrahlungsenergien im tumortragenden Gewebe, was entscheidend für den Erfolg der Krebsbehandlung ist", erklärt Dr. André Liebmann, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Eine gerade einmal 3,5 x 0,9 mm messende Bestrahlungsquelle aus Iridium-192 ist an der Spitze eines flexiblen Drahtes verkapselt angebracht und wird aus einer speziellen Maschine heraus (Afterloader = Nachlader) computergesteuert aus- bzw. eingefahren. Diese Bestrahlungsquelle wird millimetergenau an vorab festgelegten Positionen in einem spezifischen Applikator platziert, die Bestrahlungsenergie übertragen und anschließend zu weiteren Positionen verschoben oder wieder in den Strahlenschutztresor der Maschine eingefahren.

"Im Unterschied zur herkömmlichen Bestrahlung des Karzinoms über die Haut (perkutan), wirkt die Brachytherapie gezielter und ist schonender für umliegende Organe", sagt Dr. Axel Skuballa, Leiter des Lungenkrebszentrums und Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie.

Hintergrund Brachytherapie:
Bei der Brachytherapie wird der Tumor von innen oder im direkten Kontakt bestrahlt. Im Vergleich zur weitläufig verbreiteten äußeren Bestrahlung wirkt die Brachytherapie somit gezielter und ist schonender für umliegende Organe. Insbesondere älteren oder multimorbiden Patienten, bei denen ein operativer Eingriff aufgrund des Gesundheitszustandes nicht möglich ist, um den Krebs zu entfernen, kann diese Therapie bei ausgewählten Krebsarten Hoffnung bringen. Auch Lebertumore, welche aufgrund ihrer Größe oder Lage bisher nicht behandelbar waren, werden nun einer Therapie zugänglich.

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