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Pressurized IntraThoracic Aerosol Chemotherapy (PITAC)

Die intrathorakale Aerosol-Chemotherapie setzt Brustfelltumore unter Druck

Seit Neuestem bietet die Klinik für Thoraxchirurgie mit dem innovativen minimal-invasiven Verfahren der Pressurized IntraThoracic Aerosol Chemotherapy (PITAC) eine moderne und schonende Methode zur Behandlung von primären und sekundären malignen Erkrankungen der Pleura (Mesotheliom und Pleurakarzinose) an. Die Methode ergänzt die seit 2012 an unserer Klinik etablierte Methode der zytoreduktiven Pleurachirurgie in Kombination mit der Hyperthermen Intrathorakalen Chemotherapie (HITHOC).

Das Verfahren verfolgt das Ziel einer Verbesserung der klinischen Beschwerden, insbesondere der für die betroffenen Patienten belastenden Luftnot sowie der Stagnation oder sogar die Rückbildung des lokalen Tumorwachstums mit Verbesserung der Überlebenszeit bei guter Lebensqualität.

Bei der Methode der PITAC handelt es sich um eine Erweiterung und Modifikation des von Herrn Prof. Dr. med. M. A. Reymond erdachten, entwickelten und in die klinische Praxis eingeführten Verfahrens der Druck-Aerosolchemotherapie zur Behandlung von Bauchfellkrebs (Mesotheliom und Peritonealkarzinose).

Die Durchführung des operativen Eingriffes, inklusive der Anwendung der Aerosoltherapie, wurde durch einen Mitarbeiter unserer Klinik in einem internationalen Workshop unter Leitung von Herrn Prof. Dr. med. M. A. Reymond erlernt. Die Anwendung des Verfahrens wurde zusätzlich in einer Hospitation am Universitätsklinikum Tübingen bei Herrn Prof. Dr. med. M. A. Reymond vertieft.

Das Grundprinzip der Methode besteht darin, ein wirksames Chemotherapeutikum über einen minimal-invasiven Zugang in den Thorax einzubringen. Über den kleinen Schnitt erfolgt die optimale Benetzung und Verteilung der Chemotherapie an Brust- und Lungenfell. Zur Erzeugung des Aerosols wurde von Herrn Prof. Dr. med. M. A. Reymond und die Fa. Capnomed GmbH eine spezielle Hochdruckdüse entwickelt, die erfolgreich als Medizinprodukt zertifiziert wurde und unserer Klinik zur Anwendung zur Verfügung steht.

Die Vorteile der PITAC bestehen u.a. in den geringen Belastungen für den Patienten. Es müssen lediglich die körperlichen Voraussetzungen für die Durchführung einer Brustraumspiegelung in Vollnarkose gegeben sein.

Aufgrund der guten lokalen Wirkung der Chemotherapie kann zum einen die Menge an verwendetem Medikament minimiert werden, zum anderen ergeben sich daher kaum Nebenwirkungen auf andere Organe als das lokal benetzte Brust- und Lungenfell. Die PITAC kann wiederholt angewendet werden, in der Regel alle 6 Wochen.

Prinzipiell ist die Einbettung der PITAC in das Behandlungskonzept der etablierten, den ganzen Körper einbeziehenden Chemotherapie, möglich.

Die PITAC stellt aus unserer Sicht eine sinnvolle und innovative Ergänzung in der Behandlung von primären oder sekundären bösartigen Tumoren von Brust- und Lungenfell dar, insbesondere dann, wenn eine Heilung durch das ebenfalls von uns angebotene HITHOC-Verfahren nicht mehr möglich.

Schematische Darstellung des PITAC-Verfahrens nach Prof. Dr. Reymond
Schematische Darstellung PITAC-Verfahren
Hochdruckdüse wird über gasdichten Trokar platziert
PITAC-Verfahren Platzierung Hochdruckdüse
Vernebelung des Chemotherapeutikums über die Hochdruckdüse
PITAC-Verfahren Vernebelung Chemotherapeutikum
 

Ansprechpartner: Klinik für Thoraxchirurgie
Chefarzt Dr. med. Axel Skuballa
Delitzscher Str. 141
04129 Leipzig
Tel.: 0341 909-2246
Fax: 0341 909-2253

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Oberarzt
Dr. med.
Peter Ettrich Delitzscher Str. 141
04129 Leipzig Tel.: 0341 909-2246